Beauty Trend Kollagen

Hype vs. Evidenz

80 Euro für ein kleines Gläschen Kollagen-Pulver – ich starrte ungläubig auf den Preis im Onlineshop. “Das kann doch nicht ernst gemeint sein”, dachte ich mir. Aber die Bewertungen! Hunderte von Frauen schwärmten von “sichtbar jüngerer Haut” und “weniger Falten nach nur 4 Wochen”.

Vor sieben Jahren kannte noch kaum jemand Kollagen-Pulver. Ich auch nicht – es war noch kein Lifestyle-Produkt. Man benutzte es hauptsächlich für medizinische Zwecke – zur Wundheilung nach Operationen oder bei Gelenkproblemen.
Irgendwie bin ich damals zufällig darauf gestoßen, wahrscheinlich weil ich zu diesem Zeitpunkt mit Krafttraining begonnen hatte und mich intensiv mit Protein beschäftigte.
Was ich in Erfahrung gebracht hatte überzeugte mich: straffere Haut, positiver Effekt auf die Gelenkgesundheit, das Wort ,Anti-Aging’ fiel damals noch sehr selten.

Ich dachte mir: “Warum nicht ausprobieren?”

Das Kollagenpulver (Rind) war unscheinbar, geschmacksneutral und ehrlich gesagt hatte ich keine großen Erwartungen. Aber nach Monaten der Einnahme fühlte sich meine Haut elastischer an, praller, irgendwie… jünger.
Dann kam meine Entscheidung, kein Fleisch mehr zu essen. Rinder-Kollagen war damit vom Tisch. Jahrelang dachte ich nicht weiter darüber nach.
Bis letztes Jahr.
Plötzlich merkte ich, wie meine Hautelastizität spürbar nachließ. Der Unterschied war deutlich.
Also begann ich mich mit Kollagen-Alternativen zu beschäftigen. Reines veganes Kollagen gibt es bislang nicht; ich stieß auf Kollagen aus der Eierschalenmembran und startete einen neuen Versuch — monatelang, konsequent. Das Gefühl von damals blieb jedoch diffuser.
Ich vertiefte meine Recherche. Und entschied mich für eine neue Strategie: marines Kollagen kombiniert mit Eierschalenmembran-Kollagen. Mein aktueller Langzeit-Selbstversuch läuft – und zeigt bereits erste positive Effekte.​​​​​​​​​​​​​​​​

Was funktioniert wirklich? Was ist nur Marketing?
Spoiler: Es ist weder ein Wundermittel,  noch kompletter Humbug. Die Wahrheit liegt – wie so oft – irgendwo dazwischen. Und genau diese Wahrheit teile ich heute mit dir.

Der Wendepunkt: Von Enttäuschung zur neuen Strategie

Was wäre, wenn ich dir sage, dass die Wissenschaft tatsächlich eindeutige Antworten auf die Kollagen-Frage hat? Und dass diese Antworten überraschender sind, als du denkst?

Die Wahrheit über Kollagen liegt zwischen ‚Wunder-Supplement‘ und ‚kompletter Unsinn‘. Es gibt Studien, die zeigen, was wirkt — und andere, die wenig stützen.

Heute nehme ich dich mit auf eine wissenschaftliche Reise durch die Welt des Kollagens. Du erfährst, was dein Körper wirklich braucht und wie du clever investierst – in Produkte, die tatsächlich wirken.

Was die Wissenschaft über Kollagen verrät

Was ist Kollagen eigentlich?

Kollagen ist das häufigste Protein in unserem Körper – es macht etwa 30 % aller Körperproteine aus. Stell es dir wie ein Gerüst vor, das Haut, Knochen, Sehnen und Blutgefäße zusammenhält. Es sorgt für Elastizität und Festigkeit.

Die wichtigsten Kollagen-Typen:

Typ I: Haut, Knochen, Sehnen (90% unseres Kollagens)

Typ II: Knorpel und Gelenke

Typ III: Blutgefäße und Organe

Der Kollagen-Verlust ab 40: Die unbequeme Wahrheit

Ab dem 25. Lebensjahr verlieren wir jährlich etwa 1 % unseres Kollagens. Ab etwas 40 kann sich dieser Prozess verstärken – insbesondere durch sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren. Studien zeigen: In den ersten Jahren nach der Menopause kann der Verlust deutlich höher ausfallen (z. B. bis zu 30 % in bestimmten Messungen)

Das merkst du an:

  • Faltenbildung und erschlaffender Haut (verminderte Elastizität)

  • dünner werdendes Haar

  • Gelenkbeschwerden

  • langsamere Wundheilung

Was sagt die Wissenschaft zu Collagen-Supplementen?

Studie 1: Hautelastizität und Feuchtigkeit

Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie mit 114 Frauen (45-65 Jahre) zeigte nach 8 Wochen Kollagen-Supplementierung (2,5 g täglich) eine Verbesserung der Hautelastizität um 20 % und der Hautfeuchtigkeit um 28 %.

Studie 2: Gelenkgesundheit

Die Deutsche Sporthochschule Köln untersuchte 147 Athleten über 24 Wochen. Ergebnis: reduzierte Gelenkschmerzen und bessere Beweglichkeit in der Kollagen-Gruppe.

Studie 3: Knochengesundheit

Eine 12-monatige Studie mit postmenopausalen Frauen zeigte: 5 g Kollagen-Peptide täglich erhöhten die Knochendichte um ~4,2 % im Vergleich zur Placebo-Gruppe.

Der Schlüssel: Kollagen-Peptide

Hier wird es interessant: Nicht alle Kollagen-Produkte sind gleich! Herkömmliches Kollagen wird im Magen zu einzelnen Aminosäuren aufgespalten. Kollagen-Peptide hingegen sind in kleineren Peptidketten vorverdaut und werden besser aufgenommen.

Dr. Steffen Oesser u. a. konnten zeigen, dass bestimmte Peptide die körpereigene Kollagensynthese stimulieren. Sie wirken wie kleine Botschafter, die den Hautzellen signalisieren: “Produziert mehr Kollagen!”

Warum Vitamin C entscheidend ist

Ohne Vitamin C kann dein Körper kein Kollagen bilden – egal wie viel du supplementierst. Eine Studie (2019) zeigt, dass die Kombination von Kollagenpeptiden und Vitamin C deutlich wirksamer sein kann als Kollagen allein

Worauf du bei der Kollagen-Auswahl achten solltest

1. Richtige Form wählen:

Kollagen-Peptide / Hydrolysat: hohe Bioverfügbarkeit

Marines Kollagen: Kleinere Moleküle, in Hautstudien oft verwendet; Personen mit Fisch- oder Schalentiere-Allergie sollten es meiden

Bovines Kollagen: oft kostengünstiger; in Studien zu Knochen/Gelenken eingesetzt.

Eierschalen-Kollagen / Eierschalenmembran: Gut für Sehnen und Gelenke; die Eierschalenmembran enthält Kollagen und GAG-ähnliche Bausteine, die in Studien bei Gelenkbeschwerden positiv auffallen. Achtung: Es ist ein tierisches Produkt (Eierschalenmembran) — Personen mit Ei-Allergie sollten es meiden

Vegetarisch/vegan lebende Personen: Reines pflanzliches „Kollagen“ im Sinne von tierischem Kollagen existiert nicht; vegane Produkte enthalten oft Vorläufer-Nährstoffe (Vitamin C, Aminosäuren) statt echter Kollagenpeptide — ich bleibe auf jedenfalls aufmerksam, die Forschung ist dabei, ich werde es sofort ergänzen sollte ein Produkt auf den Markt kommen!

2. Qualitätsmerkmale:

  • mittleres Molekulargewicht 3.000 Da

  • Ohne unnötige Zusatzstoffe oder Zucker

  • Neutraler Geschmack, gute Löslichkeit

  • unabhängige Labortest (z.B. auf Schwermetalle)

  • und Tierschutzkriterien prüfen ( MSC/ASC Fischereisiegel bei marinem Kollagen)

Worauf du speziell  bei Rinder-Kollagen achten solltest
Weidehaltung / grass-fed (Weidenrind): Hinweis auf natürlicheres Futter, oft besseres Fettsäureprofil bei Nebenprodukten.
Organic / Bio: Strengere Anforderungen an Fütterung, Pestizide und Tierhaltung (EU-Bio / USDA Organic).
Hormone-/antibiotikafrei: Kennzeichnung „ohne Hormone / ohne Antibiotika“ bevorzugen.

3. Richtige Dosierung:

Haut: ca. 2,5-5 g/ Tag

Gelenke: in vielen Studien höhere Dosen; Produktabhängig; ca. 8-10 g / Tag

Knochen: ca. 5 g/ Tag

Einfache Umsetzung im Alltag

Meine aktuelle “Kollagen-Strategie”:

Nach Jahren des Experimentierens habe ich meine perfekte Routine gefunden: Morgens 10 g marines Kollagen in meinen Cappuccino (geschmacksneutral und löst sich vollständig auf), abends ein Eierschalenmembran-Präparat  (häufig 300-500 mg, produktabhängig).

Warum diese Kombination? Marines Kollagen hat kleinere Moleküle und ist optimal für die Haut, Eierschalen-Kollagen unterstützt zusätzlich Knochen und Gelenke.

Was ich gelernt habe:

Nach monatelangem Testen von Eierschalen-Kollagen allein war das Ergebnis… nun ja, ernüchternd. Nicht schlecht, aber bei weitem nicht das, was ich von meiner ersten Kollagen-Erfahrung vor Jahren kannte. Der Unterschied wurde erst mit marinem Kollagen wieder spürbar.

Alternative Einnahme-Ideen:

  • Im Smoothie (mit Beeren für extra Vitamin C)

  • In Joghurt oder Quark eingerührt

  • In Suppen/ Eintöpfen (bei hitzestabilen Produkten; Herstellerangaben beachten)

Der optimale Zeitpunkt:

Regelmäßigkeit ist wichtiger als Uhrzeit. Viele nehmen Marines Kollagen morgens. Eierschalen-Kollagen oft abends.

Realistische Erwartungen setzen

Was du erwarten kannst:

  • Woche 2-4: festere Nägel, subjektives besseres Hautgefühl

  • Woche 4-8: sichtbare Verbesserung der Hautfeuchtigkeit

  • Woche 8-12: Verbesserung der Hautelastizität

  • Monat 3-6: Reduktion feiner Linien, volleres Haar; individuell unterschiedlich

Was Kollagen NICHT kann:

  • Tiefe Falten komplett verschwinden lassen

  • Den natürlichen Alterungsprozess stoppen

  • Ohne gesunde Lebensweise Wunder bewirken

Natürliche Kollagen-Booster

Ergänze deine Supplementierung mit:

Vitamin C-reiche Lebensmittel: Beeren, Zitrusfrüchte, Paprika

Omega-3-Fettsäuren: entzündungshemmend, kann Kollagenabbau verlangsamen

Sonnenschutz: Verhindert UV-bedingten Collagen-Verlust (!wichtigster externe Faktor!)

Dein erster Schritt

Wenn du Kollagen ausprobieren möchtest, starte mit einem hochwertigen Kollagen-Peptid und kombiniere es mit Vitamin C. Testdauer 8-12 Wochen, Dein Körper braucht die Zeit.

Kollagen ist kein Wundermittel, aber ein sinnvoller Baustein für gesundes Altern. Es geht nicht darum, 20 zu werden – sondern um die beste Version deiner jetzigen Lebensphase.

Ich bin neugierig: Hast du schon Erfahrungen mit Kollagen gemacht? Was waren deine Beobachtungen? Teile sie mit mir auf Instagram @irismindfuljourney oder schreib mir eine DM. Deine Erfahrungen helfen anderen Frauen bei ihrer Entscheidung!

Welche Frage zum Thema Kollagen beschäftigt dich am meisten?

Mehr  Beauty- und Health-Tipps für Frauen Ü40 findest du auf meinem Instagram @irismindfuljourney. Wenn Du Vorschläge hast, welchen Beauty Mythos ich demnächst beleuchten soll, her damit.

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