Frühling …
Wenn deine Energie mit der Sonne zurückkommt.
Zweiter Teil der Reihe: Im Einklang mit deinem Biorhythmus
Die ersten Frühlingsboten zeigen sich.
Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse sprießen aus der Erde.
Am Morgen begleitet mich wieder Vogelgezwitscher, wenn ich bei einer Tasse Tee den Tag begrüße und meditiere.
Das Licht nimmt zu, und die Sonnenstrahlen wärmen spürbar mehr.
Der Winter verliert langsam seine Schwere – es wird Frühling.
Und dann dieses Gefühl:
Nach Wochen, in denen alles etwas langsamer war, scheint plötzlich wieder mehr Energie im Körper zu sein.
Spaziergänge fühlen sich leichter an, der Blick geht wieder mehr nach draußen, und auch die Motivation für Bewegung oder neue Projekte beginnt zurückzukehren.
Die Natur erwacht – und wir mit ihr
Warum Vorsätze im Frühling oft leichter gelingen
Wie ich im ersten Teil dieser Reihe beschrieben habe, ist der Winter biologisch gesehen eine Phase des Herunterfahrens. Weniger Licht, kürzere Tage und hormonelle Veränderungen führen dazu, dass unser Körper stärker nach Regeneration und Rückzug verlangt.
Deshalb ging es im Winter darum, ein Fundament zu schaffen:
dein Nervensystem zu stabilisieren
deinen Schlaf zu verbessern
deine Ernährung zu strukturieren
deinen Körper regelmäßig in Bewegung zu halten
Mehr Licht verändert unsere innere Biologie
Mit den länger werdenden Tagen erreicht mehr Tageslicht unsere Augen. Dieses Signal wird im Gehirn verarbeitet und beeinflusst unsere innere Uhr – den sogenannten zirkadianen Rhythmus.
Im Winter dominiert häufig das Schlafhormon Melatonin. Es unterstützt Regeneration und Rückzug. Mit zunehmendem Licht im Frühling wird die Produktion von Melatonin jedoch reduziert.
Gleichzeitig steigt die Aktivität anderer Botenstoffe, z.B. von Serotonin, das häufig mit Motivation, Energie und einer stabileren Stimmung in Verbindung gebracht wird.
Viele Menschen nehmen diese Umstellung ganz intuitiv wahr:
Die Müdigkeit des Winters lässt langsam nach
Bewegung fällt wieder leichter
Die Lust, nach draußen zu gehen, wächst
Der Körper beginnt sich auf eine aktivere Jahreszeit einzustellen
Jetzt entsteht der Moment, in dem aus Stabilisierung wieder Aktivierung werden darf.
Oder anders gesagt:
Der Frühling ist der Zeitpunkt, an dem wir beginnen können, das umzusetzen, was wir im Winter vorbereitet haben.
Nicht mit Extremprogrammen – sondern in einem Tempo, das mit unserer natürlichen Energie arbeitet. Wenn du im Winter begonnen hast, deine Routinen zu stabilisieren, kannst du im Frühling anfangen, auf dieser Basis aufzubauen und weiter auszubauen.
Unsere vier Bereiche bleiben die gleichen – nur der Fokus verändert sich.
1. Energie & Nervensystem
Vom Beruhigen zum Aktivieren
Im Winter ging es vor allem darum, dein Nervensystem zu entlasten und Stress zu regulieren.
Im Frühling darf wieder mehr Aktivierung hinzukommen.
Eine der einfachsten Möglichkeiten dafür ist Tageslicht.
Natürliches Licht wirkt wie ein Startsignal für unsere innere Uhr. Es unterstützt Wachheit, Stimmung unddeine Energie.
Das Ziel ist nicht, mehr Stress zu erzeugen, sondern Energie bewusst zu nutzen.
Mögliche Vorsätze für den Frühling könnten deshalb sein:
Ich gehe morgens öfter für ein paar Minuten ins Tageslicht.
Ich baue kleine Wege und Spaziergänge bewusster in meinen Alltag ein.
Ich nutze Bewegung im Freien, um Körper und Nervensystem sanft zu aktivieren.
Ich beginne wieder mit mehr regelmäßiger Bewegung, ohne meinen Körper direkt zu
überfordern.Ich achte darauf, Aktivität und Regeneration in ein gutes Gleichgewicht zu bringen.
2. Schlaf
Den natürlichen Biorhythmus nutzen
Im Winter haben viele Menschen das Bedürfnis nach mehr Schlaf. Das ist biologisch vollkommen normal.
Im Frühling beginnt sich der Rhythmus langsam zu verändern.
Das zunehmende Tageslicht kann dabei helfen, morgens leichter aufzuwachen, tagsüber wacher zu sein und abends natürlicher müde zu werden.
Eine gute Strategie im Frühling ist deshalb, den eigenen Schlafrhythmus bewusst mit dem Tageslicht zu synchronisieren – zum Beispiel durch Tageslicht am Morgen, Bewegung im Freien und weiterhin stabile Abendroutinen.
Der Schlaf bleibt die Grundlage für Energie, Stimmung und Leistungsfähigkeit.
3. Ernährung
Lust auf Frische
Im Winter ging es vor allem darum, wieder Struktur in die Ernährung zu bringen: regelmäßige Mahlzeiten, weniger Zucker nach den Feiertagen, stabile Blutzuckerwerte und verlässliche Sättigung.
Im Frühling verschiebt sich der Fokus ein wenig.
Viele Menschen verspüren automatisch mehr Lust auf leichtere, frischere Lebensmittel.
Das kann eine gute Gelegenheit sein, die eigene Ernährung wieder stärker an die Jahreszeit anzupassen, ohne dabei die Grundlagen aus dem Winter zu verlieren.
Gerade der April ist ein guter Monat, um ohne Druck die ersten Weichen Richtung Sommer zu stellen. Nicht radikal, sondern mit etwas mehr Weitblick: Wer jetzt beginnt, Mahlzeiten frischer zu gestalten, auf Protein und Sättigung zu achten und neue Routinen konsequent umzusetzen, hat bis zum Sommer noch genügend Zeit, um etwas zu verändern — ohne Crash-Diät und ohne unnötigen Druck.
Es geht nicht darum, möglichst schnell abzunehmen. Viel sinnvoller ist es, den Frühling für einen sanften Einstieg zu nutzen: mit mehr saisonalen Lebensmitteln, einer leichteren Küche und – wenn es zum eigenen Ziel passt – auch mit einem moderaten Defizit, das alltagstauglich bleibt.
Mögliche Vorsätze für den Frühling könnten deshalb sein:
Ich integriere wieder mehr saisonales Gemüse in meinen Alltag.
Ich gestalte meine Mahlzeiten frischer und leichter, ohne auf Sättigung zu verzichten.
Ich achte weiterhin bewusst auf Protein, damit Sättigung und Muskelmasse gut unterstützt werden.
Ich nutze den April für einen sanften, realistischen Einstieg statt für spätere Hauruck-Aktionen vor dem Sommer.
Ich setze, wenn es zu meinem Ziel passt, auf ein moderates Defizit statt auf radikale Einschränkungen.
Ich verbinde leichtere Frühlingsküche mit einer Ernährung, die mich stabil durch den Alltag trägt.
4. Training
Von der Grundlage zum Aufbau
Wenn du im Winter begonnen hast, regelmäßig Bewegung in deinen Alltag zu integrieren, kannst du im Frühling damit anfangen, diese Basis langsam weiter auszubauen.
Jetzt geht es nicht mehr nur darum, überhaupt dranzubleiben, sondern Schritt für Schritt etwas mehr daraus zu machen. Der Frühling eignet sich gut, um Trainingsumfang, Alltagsbewegung oder auch die Regelmäßigkeit behutsam zu steigern.
Wichtig ist dabei, nicht zu schnell zu viel zu wollen. Sinnvoller ist es, die vorhandene Basis zu nutzen und darauf kontrolliert aufzubauen.
Mögliche Vorsätze für den Frühling könnten sein:
Ich erhöhe mein Krafttraining von zwei auf drei Einheiten pro Woche.
Ich baue eine zusätzliche lockere Ausdauereinheit ein – zum Beispiel Spazierengehen, Radfahren oder Zone-2-Training.
Ich achte darauf, mich täglich 30 Minuten zu bewegen.
Ich plane mein Training wie einen festen Termin in meinen Kalender ein.
Ich steigere mein Pensum schrittweise statt sprunghaft.
Fazit
Der Frühling ist für mich keine Zeit für radikale Selbstoptimierung.
Er ist vielmehr eine Zeit des Übergangs.
Nach den eher ruhigen, stabilisierenden Wintermonaten habe ich wieder mehr Lust auf Bewegung. Nicht aus Druck. Sondern weil die Energie Stück für Stück zurückkommt und mit ihr auch der Wunsch , Neues anzugehen und zu gestalten.
Und genau das finde ich so spannend:
Wenn wir unsere Ziele im Einklang mit den Jahreszeiten betrachten, fühlt sich Veränderung oft ganz anders an. Weniger hart, weniger erzwungen – und oft auch deutlich natürlicher und leichter.
Vielleicht liegt genau darin die wichtigste Erkenntnis:
Du musst nicht das ganze Jahr über gleich funktionieren.
Du darfst deine Ziele so wählen, dass sie zu deiner aktuellen Lebensphase passen.
Der Frühling kann deshalb ein sehr guter Moment sein, um den nächsten Schritt zu gehen. Nicht alles auf einmal. Nicht perfekt. Aber bewusst.
(D)ein nächster Schritt
Schau noch einmal auf die vier Bereiche aus diesem Artikel:
Energie & Nervensystem
Schlaf
Ernährung
Training
Für jeden dieser Bereiche habe ich dir ein paar mögliche Impulse mitgegeben. Vielleicht ist etwas dabei, das dich gerade besonders anspricht oder sich für deinen Alltag realistisch anfühlt.
Im Frühling geht es nicht um Perfektion, sondern darum, das aufzugreifen, was sich gerade passend und realistisch für dich anfühlt.
Meine Frage an dich:
Wenn du auf die letzten Wochen schaust:
In welchem dieser vier Bereiche spürst du im Frühling die größte Veränderung?
Mehr Energie im Alltag?
Mehr Lust auf Bewegung?
Mehr Leichtigkeit beim Essen?
Oder besseren Schlaf?
Schreib es mir gern in die Kommentare oder auf Instagram @irismindfuljourney.
Ich bin gespannt, was sich mit dem Frühling bei dir verändert.